Seifen

Was ist Seife?

Seife entsteht durch die Verseifung von Fetten und Ölen. Chemisch gesehen wird unter dem Begriff “Verseifung” die Hydrolyse eines Esters durch die wässrige Lösung eines Hydroxids, bei der als Produkt Alkohol und das Salz der Ester-Säure entstehen, verstanden.

Pflanzliche Fette und Öle sind Ester der höheren Carbonsäuren (Fettsäuren) und des dreiwertigen Alkohols Glycerin. Diese werden mit einer Lösung von Natrium- oder Kaliumhydroxid in Wasser gespalten. Es entstehen Glycerin und Seifen, die Natrium- oder Kaliumsalze der Fettsäuren. Kaliumsalze bilden dabei Flüssigseifen, während Natriumsalze der höheren Fettsäuren die Stückseifen bilden. Einfach ausgedrückt heißt das; wenn Fettsäuren mit einer Lauge vermischt werden, entstehen unter Einfluss von Wärme Seife und Glycerin.

Seifen werden den anionischen Tensiden zugeordnet. Die Reinigungswirkung von Tensiden beruht darauf, dass sie die Benetzbarkeit der Haut durch Wasser erleichtern. Sie binden die an der Oberfläche haftenden Schmutzpartikel und tragen sie derart gebunden in der Waschlauge fort.

Seifen reagieren in wässriger Lösung alkalisch, ihr pH-Wert liegt bei etwa 9. Diesen pH-Wert erreichen sie allerdings erst nach einer entsprechenden Lagerungsdauer. Im Unterschied zu industriell gefertigten Seifen enthalten kalt gerührte Natur- und Pflanzenölseifen den natürlichen Glyceringehalt ihrer verwendeten Öle, sie werden nicht ausgesalzen. Das bei der Verseifung abgespaltene Glycerin wird in die Seifenmasse hineingerührt. Anders ist dies zum Beispiel bei den sogenannten Kernseifen. Bei der Herstellung von Kernseifen wird der entstehende Seifenleim mittels einer Salzlösung vom Glycerin getrennt. Sie werden also ausgesalzen. Durch weiteres Kochen und nochmaliges Aussalzen der Masse entstehen so die Kernseifen. Die bunten Seifenstücke, die in jedem Supermarkt zu kaufen sind, bestehen aus den Kernseifen und weiteren Zusätzen. Diese als Feinseifen oder auch Toilettenseifen bezeichneten Waschstücke werden häufig zusätzlich eingefärbt und mit Parfüm versetzt.

 

 

 

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