Aromatherapie

Wer kennt nicht den speziellen Duft, der sich im Sommer nach einem Regenschauer entwickelt oder den Geruch von frisch gemähtem Gras? Jeder Mensch empfindet Gerüche und Düfte auf besondere Art und Weise. Mit Düften können Erinnerungen verbunden, Sympathien oder Antipathien gehegt und Stimmungen beeinflusst werden. Das Duftempfinden ist von Mensch zu Mensch verschieden. Was der eine liebt, kann dem anderen zuwider sein und umgekehrt.

Mit dem gezielten Einsatz von Dufteinflüssen arbeitet die Aromatherapie. Bestimmte ätherische Öle werden zur Entspannung, Energiesteigerung oder Anregung des allgemeinen Wohlbefindens angewandt, andere dienen ganz gezielt der Behandlung von Hauterkrankungen. Ätherische Öle stammen von Kräutern und Blüten bzw. Teilen ihrer Ausgangspflanze.

Woher die “Aromatherapie” stammt

Schon in der Zeit der ägyptischen Hochkulturen kannte man die Wirkung von Duftstoffen. Damals wurden diese meistens für Riten benutzt, jedoch auch in Therapien eingesetzt. Die Verwendung der Aromaöle aus der Natur, wie wir sie heute kennen, geht zurück auf eine eher zufällige Entdeckung des Franzosen René-Maurice Gattefossé. Dieser war Chemiker und verbrannte sich bei einem seiner Experimente die Haut. Um sich Linderung zu verschaffen, behandelte er die verletzten Stellen mit Lavendelöl. Dabei fiel ihm auf, dass die Verbrennungen sehr gut abheilten und keine Narben zurückblieben. Davon inspiriert begann Gattefossé mit weiteren Forschungen. Im Jahr 1918 gelang es ihm, eine antiseptische Seife herzustellen. Er prägte letztendlich das, was wir heute allgemein als “Aromatherapie” bezeichnen.

Wie ätherische Öle wirken

Unsere Nase ist nicht nur ein markantes Merkmal in unserem Gesicht, sondern auch ein hoch entwickeltes Sinnesorgan, das über seine etwa 10 Millionen Sinneszellen stetig Informationen aus der Umwelt aufnimmt. Auf jeder dieser Sinneszellen befinden sich mehrere Flimmerhärchen, die mit Rezeptoren versehen sind. Die Rezeptoren sind in der Lage kleinste Duftmoleküle aufzunehmen, zu verarbeiten und weiterzuleiten. Sobald wir einen Duftstoff als solchen wahrnehmen, hat er bereits das limbische System erreicht. Das limbische System – ein Teil unseres Gehirns – ist verantwortlich für die Verarbeitung von Emotionen und somit der Steuerung von Gefühlen. Hier wird auch das Glückshormon Endorphin gebildet, welches durch seine Ausschüttung Körper und Seele positiv beeinflusst. Düfte sind in der Lage im limbischen System zu fungieren und die Ausschüttung von Hormonen zu stimulieren. Auf diese Weise verbreiten sie ihre Wirkung und können beruhigende, anregende, stimmungsaufhellende oder lindernde Effekte hervorrufen. Ätherische Öle wirken aber nicht nur über den Geruchssinn. Winzig kleine Moleküle sind in der Lage die Haut zu durchdringen und so in den Körper zu gelangen. Schnell werden sie in der Blutbahn aufgenommen, lagern sich an Membranen an und beeinflussen dort körpereigene Abläufe.

Beitrag zum Wohlbefinden: Die Anwendung der Aromatherapie

Die positiven Eigenschaften der ätherischen Öle können sich über verschiedene Arten zunutze gemacht werden. Beliebt und bekannt ist die Verdunstung der Substanzen mithilfe einer Duftlampe. Dadurch verteilen sich die Düfte gleichmäßig im Raum und schaffen ein angenehmes Raumklima. Die Aromatisierung von Wohnräumen ist eine sanfte Methode und daher auch über den Einsatz eines längeren Zeitraums von mehreren Stunden geeignet. Düfte von Kräutern und Blumen können so für allgemeines Wohlbefinden sorgen, Geist und Körper anregen oder entspannen.

Wie ätherische Öle noch eingesetzt werden können – Aromatherapie in der Kosmetik

Bei einem Bad mit Aromaöl werden Moleküle über die Haut aufgenommen und zusätzlich durch die Inhalation der entstehenden Dämpfe ins limbische System geleitet. Durch das warme Badewasser kann die Wirkung der ätherischen Öle nochmals gesteigert werden. Die Öle können pur dem Badewasser zugesetzt oder in einem Medium verarbeitet werden.

Eine weitere Möglichkeit der Anwendung für das Wohlbefinden ist die der Massage. Hierbei werden die ätherischen Öle in geringer Menge einem fetten Basisöl (beispielsweise Mandelöl oder Sesamöl) vermischt. Die Massage fördert sogar das Eindringen der Öle in die Haut und diese können dort an Ort und Stelle wirken.

Ebenfalls zum Einsatz kommt die Aromatherapie in der Sauna als Zusatz bei Aufgüssen und zur allgemeinen Inhalation. Vor allem bestimmte Kräuter können dabei wahre Wunder wirken. Fast jeder kennt Großmutters Rezept bei Erkältungen: eine Inhalation mit einigen Tropfen ätherischem Kamillenöl. Die Dosierung der Öle bei der Inhalation ist vom Typ des Öls abhängig. In der Regel reichen zwei bis sechs Tropfen auf etwa zwei Liter Wasser.

Risiken bei der Verwendung ätherischer Öle

Ätherische Öle werden in der Kosmetik meistens als natürliche Alternative zu Parfümölen verwendet, weisen aber trotzdem ein hohes allergenes Potenzial auf. Als hochkonzentrierte Substanzen bergen die Öle teilweise erhebliche Risiken und Nebenwirkungen. Daher sind bei ihrer Verwendung einige wichtige Dinge zu beachten. Die Öle sollten niemals pur auf die Haut aufgetragen werden. Auch bei der Verwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Befragen Sie in diesem Fall unbedingt vor der Verwendung einen Arzt. Einige ätherische Öle wirken hautreizend oder fototoxisch, sind also ebenfalls mit Bedacht zu verwenden. Auch bei Bluthochdruck und Epilepsie ist die Verwendung von ätherischen Ölen nur eingeschränkt zu empfehlen.

 

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